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Julius und Dora Barth

Julius Barth ist das erste jüdische Mordopfer in Ulm. Er wurde im Rahmen des Pogroms vom 9./10. November 1938 nachts aus dem Bett geholt, misshandelt und vorläufig eingesperrt. Am 11.November wurde er zusammen mit weiteren männlichen Ulmer Juden ins KZ Dachau verschleppt. Dort starb er am 24. Dezember 1938; die genaue  Todesursache ist ungeklärt (ITS 9.2.1954). Er wurde am Ulmer jüdischen Friedhof in der Stuttgarter Straße begraben.

Julius Barth war am 14.6. 1891 im badischen Flehingen geboren worden, heute ein Ortsteil der Gemeinde Oberderdingen im Landkreis Karlsruhe.

Mit seinem älteren Bruder Heinrich  ließ er sich um 1920 in Ulm und Giengen an der Brenz alsVieh- und Pferdehändler nieder. Er kaufte 1920 das Haus König-Wilhelmstraße 35. Dort war das Büro der Viehhandlung. Da mit der Machtübernahme der Nazis der Viehhandel von Juden systematisch bekämpft wurde und das Geschäft sehr zurückging, musste das Haus am 4. August 1934 verkauft werden. Er zog mit seiner Frau in die „Promenade 11“ um, die damals  in „Adolf-Hitler-Straße“ umbenannt war. Das Haus stand ungefähr dort, wo heute C&A an das Deutschhaus-Parkhaus grenzt.

Julius Barth hatte am 27.7. 1920 (Theo-)Dora, geb. Wolf aus Karlsruhe, geheiratet, die dort am 25.7. 1901 geboren worden war. Die Ehe blieb kinderlos.

Nachdem ihr Mann gestorben war, gelang ihr im Oktober 1939 die Emigration in die USA. Sie arbeitete zunächst als Hausgehilfin in New York, später im Hotelfach in Florida. Am 8. März 1992 ist sie in einem Altenheim in New York verstorben.

 

Autor: Silvester Lechner